Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, hat sich gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte ausgesprochen.

Anstatt auf bestimmte Berufsgruppen zu zielen, müsse „einrichtungsbezogen“ vorgegangen werden, sagte sie am 16. November im ZDF-„Morgenmagazin“. Denn mit den vulnerablen Gruppen in Kliniken und Pflegeheimen hätten nicht nur Pflegende Kontakt, sondern etwa auch Angehörige, Reinigungskräfte und Küchenhilfen. Für diese sollte dann ebenfalls eine Impfpflicht gelten, sagte Vogler: „Impfen ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, dem wir nachkommen müssen.“ Caritas-Präsidentin Eva Welskopf-Deffaa sieht eine Impfpflicht in bestimmten Bereichen dagegen als mögliche Lösung.

Die Impfquoten unter Pflegekräften seien bereits hoch, betonte die Pflegerats-Präsidentin. Zumindest im klinischen Bereich seien 90 bis 94 Prozent von ihnen gegen Corona geimpft, in den Pflegeheimen sei von einer ähnlichen Quote auszugehen. Um die Impfbereitschaft insgesamt zu erhöhen, sei weiter viel Überzeugungsarbeit notwendig, sagte Vogler. Sie sprach sich zudem für flächendeckende Tests auch für Geimpfte aus.

Caritas-Chefin Eva Welskopf-Deffaa sieht eine Impfpflicht in bestimmten Berufsgruppen als Option. "Die Impf-Zahlen in der Bevölkerung und unter den Beschäftigten mit intensiven körperlichen Kontakten zu anderen sind zu niedrig, um zu gewährleisten, dass die Menschen, unter anderem in unseren Einrichtungen, ausreichend geschützt werden. So gibt es bei uns in dieser vierten Welle große Sorgen, dass sich Situationen des Jahres 2020 wiederholen, mit massiven Ausbrüchen, Einschränkung der Kontakte zu Angehörigen und schlimmstenfalls einem Lockdown." Bereits vergangene Woche hatte Welskopf-Deffaa gesagt, dass eine Impfpflicht auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes für bestimmte Berufsgruppen eine Lösung sein könnte.

 "Wir brauchen Maßnahmen, die schnell wirken und zugleich gut begründet das Prinzip der Verhältnismäßigkeit beachten." (epd/hp)

Quelle:Häusliche-pflege.net