Bis zu 85 Prozent aller Menschen in Industrienationen, also auch in Deutschland, sind irgendwann im Lauf des Lebens ein Mal oder öfter vom Halswirbelsäulensyndrom betroffen. 15 bis 20 Prozent leiden im Moment daran, hauptsächlich Erwachsene, aber auch schon Kinder.

Was ist das Halswirbelsäulensyndrom?

Das Halswirbelsäulensyndrom, das auch HWS-Syndrom oder Cervikalsyndrom genannt wird, bezeichnet Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule oder von der Halswirbelsäule ausgehend. Die Halswirbelsäule verläuft von Wirbel eins direkt unter dem Kopf entlang des Nackens bis zu Wirbel sieben auf der Höhe des Schultergürtels. Die Beschwerden können akut auftreten und wieder verschwinden oder chronisch bestehen, also andauern oder immer wiederkehren.

Wodurch werden diese Beschwerden verursacht?

Das Halswirbelsäulensyndrom kann auf viele verschiedene Ursachen zurückgehen. Häufig ist das Syndrom das Resultat von langem Sitzen, Fehlhaltungen beim Sitzen, gepaart mit Starren auf einen Bildschirm und Bewegungsmangel.Ein „Verreißen“, etwa beim Sport, ein Unfall, bei dem es zu einem Schleudertrauma kam, ein Bandscheibenvorfall im Nackenbereich und die altersbedingte Abnützung oder Arthrose der kleinen Halswirbelsäulengelenke, zählen ebenfalls zu den Verursachern des Halswirbelsäulensyndroms.

Wozu führt das Halswirbelsäulensyndrom?

Hauptsächlich zu Nackenschmerzen, wobei die Schmerzen oft in den Hinterkopf oder in Richtung des Schultergürtels ausstrahlen. Weil im Bereich der Halswirbelsäule verschiedene Nerven den Gelenken sehr nahe liegen, sind Nerven, die in den Kopf oder den Bereich des Schultergürtels führen, von Fehlbelastungen und Fehlhaltungen mit betroffen, wodurch es zu weiteren Beschwerden kommen kann: Schwindel, seltener auch zu Ohrgeräuschen, dem Tinnitus, oder zu Schluckbeschwerden.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Es empfiehlt sich Rehasport, bei dem erlernt wird, Fehlhaltungen und Fehlbelastungen des Nackens zu vermeiden, die oft auch mit Fehlhaltungen des Rückens, etwa durch eine nach vorn gebeugte Körperhaltung beim Sitzen oder ein  Hohlkreuz im Stehen einhergehen. Beim Rehasport wird außerdem vermittelt, wie die Muskulatur im Nackenbereich, im Rumpfbereich und in der Lendenregion gezielt gekräftigt und gedehnt werden kann – was dem Wiederauftreten des HWS-Syndroms vorbeugt. 

Quelle: https://www.medizinpopulaer.at